Unter ArchitektInnen ist aktuell eine Rückbesinnung auf einfache, natürliche, sowie langlebige Materialien wie Kalksandstein zu beobachten…
Ich halte das für eine sehr spannende Entwicklung, die auch weiterhin von den ArchitektInnen vorangetrieben werden sollte. Hier sehe ich es auch als ihre Aufgabe an, das Gefühl für den Wert dieser Materialien an die Bauherrschaft weiterzugeben. Denn hinter dieser Einfachheit steckt ja nicht nur der nachhaltige Aspekt, sondern auch Ästhetik, die auch bei unserer Arbeit immer wieder eine große Rolle spielt.
Kalksandstein wird im Vergleich zu anderen Mauersteinen durch die schonende Dampfhärtung bei 200°C im Vergleich zu gebrannten Baustoffen energieärmer hergestellt. Werden wir uns in Zukunft noch stärker fragen müssen, womit wir überhaupt bauen, lange bevor Ihre Unternehmen ins Spiel kommen?
Absolut. Es ist essentiell, dass wir nicht erst beim Abbruch daran denken, was wir noch retten können. Wir sollten uns vielmehr in der frühen Planungsphase damit beschäftigen, wie wir ressourcenarm bauen können.
Wie schätzen Sie die Bedeutung von Regionalität in Bezug auf Ressourcen und Lieferketten – auch in Zusammenhang mit Ihren Konzepten – ein?
Wir arbeiten zwar deutschlandweit, schauen aber, dass wir die Materialien auch wieder möglichst regional in Gebäude einbringen. Denn lange Transportwege kosten Geld und wirken sich negativ auf die CO2-Bilanz aus. Außerdem stellen wir immer wieder fest, dass auch Geschichte sowie Identität eine große Rolle spielen. Denn in Materialien, die beispielsweise für eine Fassade verwendet werden, steckt ja nicht nur Energie, sie bergen auch eine Historie und damit Emotionen.