Viel Lebensqualität auf kleinstem Raum.

Attraktiver und bezahlbarerer Wohnraum ist in Hannover knapp – und teuer. Dieser Tatsache war sich die hanova WOHNEN GmbH bewusst und entschied sich im Rahmen einer groß angelegten Wohnungsbauoffensive, Microapartmenthäuser für Studenten, Auszubildende und Pendler zu realisieren.

 

Identitätsstiftend und klug konzipiert.

Der erste richtungsweisende Schritt dieser Offensive wurde durch einen Wohnungsneubau in der Kopernikusstraße durch das Hannoveraner Architekturbüro ASP Architekten Schneider Meyer Partnerschaft mbB geschaffen, die den hierfür ausgelobten Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnten. Im lebendigen Stadtteil Hannover-Nordstadt entstanden so auf einer Grundfläche von 5.800 Quadratmetern einer ehemaligen Industriebrache insgesamt 117 Wohnungen. Darunter 111 Microapartments: Effizient gestaltete, kompakte Kleinstwohnungen mit einer Wohnfläche von 24 bis 33 Quadratmetern.

Der sechsgeschossige Neubau nimmt Bezug auf die Besonderheit des Ortes, greift den individuellen Charakter des Stadtraumes auf und führt diesen gekonnt weiter. „Die Qualität in der Architektur besteht immer in der ganzheitlichen Lösung einer Bauaufgabe mit angemessenen, werthaltigen Mitteln“, betont Wolfgang Schneider, Geschäftsführer von ASP Architekten. Dem als zuvor unattraktiv empfundenen Platz wurde ein bereichernder Baustein hinzugefügt: Durch ein ansprechendes, wohldurchdachtes Bauwerk, welches das Grundstück optimal ausnutzt, die vorhandene geschwungene Wohnbebauung vervollständigt und diese mit einer markanten Ausformulierung der Ecksituation zum Abschluss bringt. 

Durch die abschirmende Wand der Blockrandbebauung, die aufgenommen und zum Innenhof auf die Höhe der inneren Hofbebauung abgestuft wurde, gelang es den Architekten gleichzeitig mit den vorhandenen Festsetzungen im Bebauungsplan spielend leicht umzugehen. Es entstand ein Bauwerk, das sich selbst zurücknimmt, auf den zweiten Blick aber mit durchdachten Details glänzt.

Der sechsgeschossige Neubau greift den individuellen Charakter des Ortes auf und führt diesen gekonnt weiter.

Durchdacht bis ins Detail: Messingfarbene Alu-Paneele vervollständigen die besondere Akzentuierung des Eingangsbereiches.

Trotz des starken Ausdrucks der Fassade wirkt das Gebäude unaufgeregt und ehrlich im Stadtraum.

Zurückhaltend auffallend.

„Architektur ist mehr als nur eine Behausung. Architektur ist Raum per se. Das Nebeneinander, die Mischung von alten und neuen Bauwerken macht den Reiz und die Qualität eines Ortes aus“, weiß Wolfgang Schneider und sagt: „Die vorgegebenen Maßstäblichkeiten galt es fortzusetzen um daraufhin einen Formenkanon zu entwickeln, der eigenständig ist, aber gleichzeitig die Zusammengehörigkeit der Bauwerke widerspiegelt.“

Auch die rückliegende Seite des Gebäudes nimmt in seiner Ausgestaltung Bezug zu den umliegenden Bauwerken.

So wirkt auch das Gebäude an der Kopernikusstraße trotz des starken Ausdrucks seiner Fassade angenehm unaufgeregt und ehrlich im Stadtraum – gänzlich ohne Protz und Hiergeschrei. Großformatige Loggienfenster lassen viel Licht in die Wohnungen und sorgen für ein harmonisches Verhältnis zwischen geschlossenen und transparenten Fassadenteilen.

Eine besondere Akzentuierung findet sich im Eingangsbereich wieder: Zweigeschossige Gebäudeunterschnitte dienen nicht nur dem Wetterschutz – sie ermöglichen gleichzeitig einen Panoramablick aus dem ersten Obergeschoss auf den historischen Wasserturm. Die Ausgestaltung des Eingangsbereiches wird durch messingfarbene Alu-Paneele hervorgehoben, die ausgesprochen gut mit der Farbigkeit des Ziegelmauerwerks korrespondieren.

 

Flexibel und bedürfnisorientiert.

Insgesamt wurden 111 Microapartments realisiert, die mit einer Wohnfläche von 24 bis 33 Quadratmetern Studenten, Auszubildenden, Singles und auch Pendlern Wohnraum bieten. Darüber hinaus stehen sechs weitere Wohnungen mit jeweils 35 beziehungsweise 65 Quadratmetern zur Verfügung. Im gewerblichen Teil des Erdgeschosses befindet sich ein Trauma-Zentrum, mit einem angrenzenden kleinen Garten zur zurückliegenden Seite.

Bereits in der Entwurfsplanung wurden flexible Nutzungsmöglichkeiten berücksichtigt. Denn „gut gestaltete Bauwerke schonen Ressourcen, weil sie einfach länger genutzt werden“, bestätigt Wolfgang Schneider. So können die Microapartments an veränderte Wohnbedürfnisse angepasst werden. Durch das Zusammenlegen von zwei oder mehreren Wohnungen lassen sich kurzfristig Apartments für Paare oder alleinstehende Senioren gestalten.

Viel Lebensqualität auf kleinstem Raum: Jedes der 111 Microapartments verfügt u.a. über eine eingebaute moderne Pantry-Küche.

Nachhaltig und wirklich wirtschaftlich.

Da Micoapartments einheitlich oder sehr ähnlich aufgebaut sind, lassen sie sich in vergleichsweise kurzer Bauzeit standardisiert errichten. Hochwertige Baustoffe und Maßnahmen zur Sicherstellung einer optimalen Wärmedämmung vervollständigen das Konzept. Für den nachhaltigen Betrieb sorgt unter anderem eine effiziente Haustechnik: Das Gebäude wurde als Passivhaus konzipiert, realisiert und gefördert als KfW-Energiehaus 55. Zudem erfolgte eine Förderung durch den regionalen Förderfond proKlima als Passivhaus-Neubau. Das Bauwerk ist mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet.

„Aufgrund der verkehrsreichen Lage haben wir ein Gebäude geplant, das höchste Ansprüche an den Schallschutz erfüllt“, erklärt Wolfgang Schneider. Die Außenwände wurden aus massiven Planelementen, KS-XL PE 200-498, des großformatigen Bausystems KS-PLUS in Kombination mit Stahlbeton realisiert. Aufgrund der hohen Rohdichte der Kalksandsteine wird so ein ausgesprochen guter Schallschutz gewährleistet. Gleichzeitig verkürzt das solide Bausystem mit seinen technisch-organisatorischen Lösungen die Bauzeiten und sichert einen zügigen Baufortschritt auf hohem Qualitätsstandard.

Ein Microapartment ist keine Verzichtserklärung. Lebensqualität lässt sich durchaus auch auf kleinstem Raum erschaffen.

Kompakt, multifunktional und mitten im Geschehen.

Im vierten Obergeschoss dient eine große Dachterrasse als gemeinsamer Ort und kommunikativer Treffpunkt für alle Bewohner des Hauses. Die Microapartments verfügen über integrierte Duschbäder und moderne Pantry-Küchen.

Alle Wohneinheiten sind barrierefrei gestaltet, 13 Apartments wurden rollstuhlgerecht ausgebaut. Zudem gibt es im Gebäude einen gemeinsamen Waschsalon und ausreichend Fahrradstellplätze für alle Bewohner im Außenbereich.

 

Eine Wohnsituation, die dem Lebensstil vieler Studenten entgegenkommt: Gewohnt wird zentral und in Uni-Nähe, gearbeitet im Co-Working-Space direkt auf der anderen Straßenseite. „Entscheidend ist die Ausgewogenheit zwischen Freiräumen und Rückzugsmöglichkeiten“, betont Wolfgang Schneider. „Ein Microapartment ist keine Verzichtserklärung. Lebensqualität lässt sich durchaus auch auf kleinstem Raum erschaffen.“

 

Der Kopf hinter dem Projekt.

Wolfgang Schneider, Architekt BDA und Ehrenpräsident der Architektenkammer Niedersachsen, führt gemeinsam mit Prof. Wilhelm Meyer und den Gesellschaftern Sebastian Heumann und Philipp J. Schneider das Architekturbüro ASP Architekten Schneider Meyer Partnerschaft mbB.

Das Leistungsspektrum des Architekturbüros mit Niederlassungen in Hannover und Hamburg umfasst die Bereiche Stadt- und Gebäudeplanung, Projektrealisierung und Generalplanung. Zahlreiche gewonnene Wettbewerbe und diverse Auszeichnungen für realisierte Bauwerke namhafter Bauherren und Institutionen bezeugen die Qualität der Architektur. Im Dialog mit den Auftraggebern konzipiert das Büro maßgeschneiderte, markante Architektur und schafft attraktive, dem Ort angemessene Lebens- und Arbeitsräume.

Bauaufgabe
Wohnungsbau
Lage
Hannover
Architektur/Bauplanung
ASP Architekten Schneider Meyer Partnerschaft mbB
Bauherr
hanova WOHNEN GmbH
Grundfläche
5800m²
Fertigstellung
2018

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