21. Oktober 2017 | Statik | Energieeffizientes Bauen | Raumklima

Spektakuläre Architektur in der Natur.

Direkt am Stadtpark und dem Botanischen Garten von Gütersloh liegt das „Haus S“. In landschaftlich reizvoller Umgebung, umringt von einem alten Baumbestand, planten die Architekten Spiekermann aus Beelen ein 35 Meter langes Einfamilienhaus, das sich mit großen Glasfassaden weit in die Naturlandschaft öffnet und so förmlich Teil von ihr wird.

Ein Mäander aus Stein.

Aus der Ferne lässt sich die Extravaganz des „Haus S“ nicht erahnen. Eine zwei Meter hohe Mauer schützt das Anwesen vor neugierigen Blicken. Erst hinter dem Zufahrtstor offenbart sich, in welchen Dimensionen die Architekten hier gearbeitet haben: Die vom Hauptgebäude getrennte Doppelgarage und ein rund 20 Meter langer Weg lassen große Grünflächen entstehen. Freistehende Treppen führen über eine Terrasse ins Erdgeschoss des 35 Meter langen Flachdachbaus.
Das architektonische Konzept des „Haus S“ basiert auf der wellenartigen Form eines Mäanders. Wände und Decken ummanteln die Räume, wobei sich die Fassade zu einer S-förmigen Skulptur faltet. Die Grundplatte kragt rund einen halben Meter über die Fundamente aus, wodurch das Haus eine schwebende Wirkung erhält. 
 

Das architektonische Konzept des „Haus S“ basiert auf der wellenartigen Form eines Mäanders – die Gebäudefassade faltet sich zu einer S-förmigen Skulptur.

Großzügige Glasfronten beziehen die umgebende Natur in das Wohnerlebnis ein. Umgekehrt geht das Hausinnere scheinbar nahtlos auf die Terrasse über.

Wie ein Gläserner Pavillon im Grünen.

Das 245 Quadratmeter große Erdgeschoss des Hauses dominieren eine multifunktionale Küche und ein großzügiger Essplatz. Beide Bereiche werden optisch nur durch einen freistehenden Kamin vom Wohnraum getrennt. Die Wände und Decken sind weiß verputzt, die orangefarbene Küchenzeile bildet einen reizvollen Kontrast zum reduzierten Farbkonzept der Einrichtung. Als Bodenbelag wurden im gesamten Haus Echtholz-Eichendielen verlegt, die den Räumen eine wohnliche Atmosphäre verleihen. 
„Haus S“ wirkt wie ein transparenter, gläserner Pavillon. Ganz selbstverständlich bezieht es den Außenraum durch die 3,30 Meter hohen und 35 Meter langen Glasfronten in das Wohnerlebnis ein. Umgekehrt geht das Hausinnere nahtlos auf die vorgelagerte Terrasse und damit in den Garten über.

Im rückwärtigen Teil des Erdgeschosses gibt es eine Garderobe, einen Hauswirtschafts- und Abstellraum sowie ein Gäste-WC. Links befinden sich Schlafzimmer, Ankleide und Badezimmer. Eine freischwebende Faltwerktreppe führt ins 50 Quadratmeter große Obergeschoss, das ebenfalls raumhoch verglast ist. Ein Gästezimmer, ein kleines Büro und ein zweites Bad sind hier untergebracht.

Die orangefarbene Küchenzeile sorgt für einen reizvollen Kontrast zum ansonsten sehr reduzierten Farbkonzept des Hauses.

Eine elegante, freischwebende Faltwerktreppe führt ins 50 Quadratmeter große Obergeschoss, das ebenfalls raumhoch verglast ist.

Auf Nachhaltigkeit gebaut.

Natürlich liegt die Stärke des Entwurfs auch an der klaren Materialkomposition: Kalksandstein von KS* etwa sorgt als kostenloser Wärmespeicher für ein angenehmes Klima im ganzen Haus. Der hoch belastbare, massive Baustoff ist für alle Außen- und Innenwände verwendet worden. Außen ist das 24 cm KS-Mauerwerk mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade aus 16 Zentimeter Wärmedämmung und weiß eloxierten Aluminiumplatten versehen.

Durch die energetisch optimierte Kombination der Wandkonstruktion mit einer Erdwärmepumpe und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergibt sich für „Haus S“ ein Jahres-Primärenergiebedarf von nur 45 kWh/m2. Dreifach verglaste Aluminiumfenster sorgen für noch mehr Effizienz. Eine Photovoltaikanlage deckt den Strombedarf des Gebäudes, überschüssige Energie wird in Batterien gespeichert. Zudem verfügt „Haus S“ über ein BUS-System mit geschlossenem Serversystem zur zentralen Steuerung.
 

Der Wohnbereich wird nur durch einen freistehenden, dreiseitig verglasten Kamin vom Koch- und Essbereich getrennt.

Bauaufgabe
Wohnungsbau
Lage
Gütersloh
Architektur/Bauplanung
Architekten Spiekermann
Bauherr
Privat
Jahres-Primärenergiebedarf
45kWh/m²
Grundfläche
245m²
Fertigstellung
2016

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