KS* projekt weiß. | Villa Bad Soden bruchrauher Kalksandstein Verblender

Ein perfekter Rückzugsort.

Aufgrund der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet und der idyllischen Lage am Taunus zählt der Ort Bad Soden zu einer der begehrtesten Wohngegenden der Region. In einem exklusiven Wohnviertel auf einem großzügigen Grundstück entwarf das Architekturbüro Hollin + Radoske einen geometrisch-schlichten Baukörper mit klarer Strukturierung. Um die puristische Architektursprache durch ein haptisch erfahrbares, fast lebendig anmutendes Äußeres aufzubrechen, wählten die Planer eine Fassadenbekleidung mit bruchrauen KS-Verblendern. 

An den Südhängen des Taunus, rund 20 Kilometer westlich von Frankfurt am Main, liegt Bad Soden mit rund 23.000 Einwohnern. Dass das Städtchen als Wohn- und Arbeitsraum heute so beliebt ist, liegt unter anderem an seiner Geschichte als Heilbad mit berühmten Gästen aus Politik und Hochadel. Hier plante das renommierte Frankfurter Architekturbüro Hollin + Radoske zunächst den Umbau eines alten Gebäudes, doch schnell zeigte sich, dass die Wünsche der Bauherren damit nur unzureichend hätten erfüllt werden können. Also rollten bald die Abrissbagger an, um die Fläche frei für ein neues, größeres und zeitgemäßes Wohnhaus zu machen.

In Bad Soden entwarf das renommierte Architekturbüro Hollin + Radoske einen puristischen Baukörper mit klarer Strukturierung.

Einfache Formen, bewusst gewählte Materialien.

„Bevor wir als Architekten einen ersten Gebäudeentwurf machen, fragen wir den Bauherren sehr genau nach seinen Vorstellungen, wie er in seinem späteren Haus leben möchte“, erläutert Dennis Schneider, Projektleiter bei Hollin + Radoske, „denn es soll genau zu ihm passen, z. B. in Größe, Gestaltung und Stil. Wir arbeiten vom Entwurf, über die Ausführung bis zur Fertigstellung eng mit unseren Bauherren zusammen.“ In diesem Fall waren sich die Bauherren von Beginn an im Klaren darüber, welchem Architekturstil ihr zukünftiges Wohnhaus folgen sollte: Das gestalterische Thema „Reduktion und Einfachheit“ war sowohl für die Gebäudeform und die Grundrisseinteilung bestimmend als auch für die Materialwahl.

Die reduzierte, sachliche Gebäudeform lässt die hochwertigen Materialien besonders in den Vordergrund treten.

Exklusiver Ausblick: Im Gegensatz zur introvertierten Straßenansicht öffnet sich die Rückfront über raumhohe Schiebefenster auf beiden Stockwerken zum Garten.

Zur Straßenseite hin setzt sich der zweigeschossige Baukörper optisch aus verschieden großen Rechtecken zusammen, was durch kontrastierende Materialien und Farben betont wird: Schwarze Metallpaneele lassen die Garage mit dem Gartenzugang und der Eingangstür verschmelzen. Großflächige, mit weißen bruchrauen Kalksandstein-Verblendern bekleidete Fassadenbereiche werden durch zwei schwarz gerahmte Fenster gegliedert. Dabei markiert das schmale vertikale Fenster das dahinterliegende zentrale Entree mit einer Treppe ins Obergeschoss, während das niedrige horizontale Fenster einen begrenzten Blick in das Esszimmer im Erdgeschoss ermöglicht. Die minimalistische Gebäudeform wird durch die geometrische Gartengestaltung ergänzt. 

Im Gegensatz zur introvertierten Straßenansicht öffnet sich die Rückfront über raumhohe Schiebefenster auf beiden Stockwerken zum Garten. Die großzügigen Verglasungen heben die Grenzen zwischen dem Innen- und Außenraum nahezu auf. Da das Obergeschoss rund zwei Meter auskragt, entsteht im Erdgeschoss eine überdachte Terrasse. Vom Balkon darüber haben die Bewohner einen Panoramablick bis nach Frankfurt. 

 

Im Inneren ist die Einteilung der Ebenen ebenso unkompliziert und eindeutig gehalten wie das äußere Erscheinungsbild. Der zentrale Erschließungskern mit seinem vertikalen Fensterband teilt die Gebäudehälften in unterschiedliche Funktionseinheiten. Der Grundriss beider Wohnungen ist allerdings offen, die Lebensbereiche gehen fließend ineinander über. Nur die privateren Räume wie Schlafzimmer und Bäder sind separiert. Ein Aufzug verbindet alle Ebenen barrierefrei miteinander.

Das Schwarz-Weiß-Thema der Gebäudehülle wird innen ebenso wieder aufgegriffen: Die schwarze Metallstruktur des Garagen-/Eingangsbereiches setzt sich im Gebäude fort, indem auf beiden Geschossen ein aus Schwarzblech gefertigter Gaskamin integriert wurde. Seine Feuerstelle ist zu beiden Raumseiten sichtbar, und er trennt er als monolithisches Raumelement den Wohn- vom Essbereich. Die Wände und Decken sind glatt verputzt und weiß angelegt, alle Fensterrahmen bestehen aus schwarz lackiertem Aluminium. Der Fußboden aus heller Eiche fügt sich harmonisch ein und setzt dem doch harten Schwarz-Weiß-Kontrast eine Weichheit entgegen.

Das sachliche Schwarz-Weiß-Thema der Gebäudehülle wird im Inneren des Wohngebäudes gekonnt aufgegriffen.

Fassade mit hoher sinnlicher Qualität.

Da die Bauherren ein Wärmedämmverbundsystem konstruktiv und optisch nicht überzeugte, sollten die Außenwände zweischalig aufgebaut sein: Auf die 15 cm dicken Außenwände wurde eine 12 cm starke Wärmedämmung aus Mineralwolle aufgebracht, ein Vormauerwerk sollte den äußeren Abschluss bilden. Dazu der Architekt Dennis Schneider: „Um das Schwarz-Weiß-Konzept aufzugreifen, sollte die Fassadenbekleidung strahlend weiß sein. Ein beigefarbener Klinker oder Ähnliches kam nicht infrage. Ein Verblender aus weißem Kalksandstein traf daher genau unsere Vorstellung.“ In enger Abstimmung mit dem zum Markenverbund KS-ORIGINAL gehörenden Emsländer Baustoffwerken, wählten Architekten und Bauherren einen Quarzverblender im Dünnformat. Da der Stein nicht flächig, sondern dreidimensional, körperhaft erscheinen sollte, kam eine bruchraue Variante mit einer dezent rauen Oberflächenstruktur zum Einsatz. Durch seinen natürlichen Bruch entsteht so ein sanftes Licht-und-Schatten-Spiel. „Die Fassade wirkt durch den besonderen Verblender lebendig – wie ein Relief“, sagt Schneider.

Wir waren uns alle schnell einig, dass wir genau diesen Stein für das Haus wollten.

Für den „Emsländer Quarzverblender“ kommen nur natürliche Rohstoffe wie Quarzsand, Splitt, Kalk und Wasser zum Einsatz. Fassaden aus KS-Verblendmauerwerk sehen aber nicht nur hervorragend aus, sondern sie sind auch langlebig. Eine spezielle Imprägnierung schützt vor Witterungseinflüssen, sodass das strahlende Weiß der Steine bleibt. „Auch das hat unseren Bauherren klar von den bruchrauen KS-Verblendern überzeugt“, so der Architekt. „Er möchte ja, dass der gewünschte Schwarz-Weiß-Kontrast auch noch in vielen Jahren die Eleganz seines Gebäudes unterstreicht und klar zu erkennen ist. Außerdem ist eine Fassade aus Verblendmauerwerk haltbar und verursacht keine Instandhaltungskosten, wie das zum Beispiel bei Putzfassaden der Fall ist.“ 

Über das Architektur- und Designbüro Hollin + Radoske: 

Das Architektur- und Designbüro Hollin + Radoske mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 1997 von den Architekten Bernd Hollin und Alexander Radoske gegründet. Das heute 26-köpfige Team plant und realisiert hochwertige Architektur und Innenarchitektur für unter anderem Airlines, Banken und Modefirmen, aber auch für private Bauherren, die sich besondere Wohnträume erfüllen möchten. Der Schwerpunkt des national wie international tätigen Büros liegt in den Bereichen Hotel- und Wohnraumgestaltung sowie Retail Design. Eine feinfühlige, exklusive Materialwahl und durchdachte Grundrisskonzepte, die Räume mit hohen Wohlfühlqualitäten schaffen, kennzeichnen ihre Entwürfe. 
 

Bauaufgabe
Wohnungsbau
Lage
Bad Soden
Architektur/Bauplanung
Hollin+Radoske Architekten, Goldsteinstraße 61a, 60528 Frankfurt/Main
Bauherr
Privat
Jahres-Primärenergiebedarf
38kWh/m²
Grundfläche
593m²
Fertigstellung
November 2016
Autor

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