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22. Oktober 2021 | Brandschutz | Schallschutz | Sichtmauerwerk

Strahlend weiß und hart im Nehmen

Die Bundeswehr verlagert eine ihrer Einheiten für die Instandsetzung von Flugzeugkomponenten von Erding an den Flugplatz Ingolstadt/Manching. Auf einem über fünf Hektar großen Grundstück entstanden nach den Plänen des bekannten Hamburger Architekturbüros gmp in dreijähriger Bauzeit zwölf Gebäude mit Werkstätten, Lagerflächen sowie Büros. Die Trennwände im Inneren der Werkhallen sind als Sichtmauerwerk mit KS-Fasenstein ausgeführt, da er nicht nur robust gegen Beschädigungen und schnell in der Verarbeitung ist, sondern auch ästhetisch die Planenden und Bauherrschaft überzeugte.

Das Instandsetzungszentrum 11 leistet einen wesentlichen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Luftwaffe. Die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Wartung und Überprüfung von Komponenten der Bundeswehr-Kampfflugzeuge zuständig. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Fertigung von Austauschteilen und Prototypen, die Instandsetzung verschiedener Flugzeugkomponenten sowie Schweiß- oder Lackierarbeiten in Manching und bei Bedarf weltweit.
Nachdem der Umzug der Einheit von Erding nach Manching feststand – die Bundeswehr ist auf dem dortigen Flugplatz bereits seit langem stationiert – begannen Ende 2015 die ersten Planungen.

Funktionale Architektur, einfach konstruiert

Um möglichst wenig Fläche zu verbrauchen, planten die Architektinnen und Architekten eine kompakte Anordnung von zwölf unterschiedlich großen Gebäuderiegeln, die einer einheitlichen Grundrisszonierung folgen. Elf davon sind als Werkstatt- und Lagerhallen errichtet, ein Gebäude dient der Verwaltung. Ein Erschließungsgang gliedert jede Halle in zwei Hälften. Da der First über diesem „Gebäuderückgrat“ etwas abgesenkt ist, entsteht eine Dachform aus zwei gegeneinanderstehenden Pultdächern. Diese sind zum Mittelgang hin verglast, sodass im Brandfall hierüber entraucht werden kann. Die Werkstatt- und Lagergebäude sind in Rahmenbauweise konstruiert mit Decken, Stützen und tragenden Wänden aus Stahlbeton sowie Mauerwerk. Das Dachtragwerk besteht aus Brettschichtholzbindern und Vollholzdeckenplatten. Für gleichmäßiges Tageslicht beim Arbeiten sorgt die Fassade aus raumhohem, transluzentem Profilglas. Je nach Funktion der Hallen sind Teilbereiche der Fassade mit großen Toren und Pfosten-Riegel-Elementen ausgestattet.

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Das Kalksandsteinwerk Schencking war schon frühzeitig in das Projekt involviert und konnte so früh mit den Planenden die infrage kommenden Kalksandsteine besprechen.

Exakt und massiv mit gestalterischer Klarheit: der KS-Fasenstein

Im Inneren der Werk- und Lagerhallen bestehen die Ausfachungen im Bereich des
Stahlbetonrahmens sowie nicht tragende Wände aus Kalksandstein. Da dieses nach den Entwurfsvorgaben von gmp als großformatiges Mauerwerk in Sichtqualität ausgeführt werden sollte, empfahl das Kalksandsteinwerk Schencking den Einsatz des KS-Fasensteins. Harald Helmle, technischer Berater bei Schencking, erklärt: „Wir waren in das Projekt schon im April 2017 involviert, in der Phase des konstruktiven Entwurfs. So konnten wir früh mit den Planenden die infrage kommenden Kalksandsteine besprechen und Musterflächen anschauen.“ Schnell zeichnete sich ab, dass der KS-Fasenstein für die Halleninnenwände der passende Baustoff war, denn mit ihm lassen sich zweiseitige Sichtflächen in nur einem Arbeitsgang mauern: Die KS-Fasensteine werden mit umlaufenden 6 Millimeter breiten Fasen hergestellt und mit Dünnbettmörtel in Lager- und Stoßfuge vermauert. Die Fase bildet gleichzeitig die Fuge, wodurch sich eine flächige Wandansicht mit einer gleichmäßigen Fugenstruktur ergibt. „So entsteht ein harmonisches Gesamtbild aus der weißen Kalksandsteinwand auf der einen Raumseite und der lichtdurchlässigen Profilglasfassade auf der gegenüberliegenden Seite. Das gehört zum gestalterischen Konzept“, sagt Norbert Knoblach vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt, einem der Haupakteure in diesem Projekt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instandsetzungszentrums 11 bedeute die Gestaltung eine angenehme Arbeitsatmosphäre in hellen, geräumigen Werkhallen, so Knoblach.

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Die Gestaltung mit dem KS-Fasenstein sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre in hellen, geräumigen Werkhallen.

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Nicht nur die Optik gab den Ausschlag für den KS-Fasenstein, sondern ebenso wirtschaftliche Gründe. Durch die Verwendung von Dünnbettmörtel entfällt der aufwendige Mörteltransport auf der Baustelle und ein schneller Baufortschritt wird gewährleistet.

Doch nicht nur die Optik gab den Ausschlag für den KS-Fasenstein, sondern ebenso wirtschaftliche Gründe, denn die Verarbeitung des großformatigen Wandbildners birgt einen enormen Zeitvorteil: Da Dünnbettmörtel zum Vermauern verwendet wird, entfällt der aufwendige Mörteltransport auf der Baustelle. Harald Helmle betont, dies ermögliche einen schnelleren Baufortschritt, eine höhere Ausführungssicherheit und letztlich eine bedeutende Kosteneinsparung. Aber wie beständig ist der KS-Fasenstein, wenn er in einer Werkstatt oder Lagerhalle eingesetzt wird, wo es hin und wieder ruppig zugehen kann? Für Harald Helmle punktet auch in diesem Fall der Baustoff, denn die hoch tragfähigen, nicht brennbaren Kalksandsteine sind widerstandsfähig gegen Stöße. Außerdem sorgt die hohe Masse der Kalksandsteine für einen optimalen baulichen Schallschutz – ein wichtiger Aspekt, gerade für Werkhallen, wo laute Maschinen zum Einsatz kommen.
Im Jahr 2015 begannen die Planungen des Projekts, Ende November 2018 war Baustart, die komplette Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen. Mit dem Neubau des Instandsetzungszentrums 11 soll der Flugplatz Ingolstadt/Manching weiter zu einem Dreh- und Angelpunkt der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ausgebaut werden, denn neben der Bundeswehr befindet sich auf dem Gelände auch das Unternehmen Airbus sowie der Ingolstadt-Manching Airport.

Bauaufgabe
Bauen im Bestand
Lage
Manching
Architektur/Bauplanung
gmp Architekten
Bauherr
Staatliches Bauamt Ingolstadt
Grundfläche
1.00m²
Fertigstellung
Ende 2021

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